A.T.U lässt die Luft aus der Filial-IT
Der deutsche Marktführer im Kfz-Service zentralisiert seine Filial-IT und setzt zu 100 Prozent auf Thin Client-Lösungen von IGEL. Um die Gesamtausgaben im Desktop-Bereich zu staffeln und bereits getätigte Investitionen zu schützen, verwandelt A.T.U 4.000 Filial-PCs in logische Thin Clients.
Mehr als 20 Millionen Mal im Jahr kommt ein Kunde zu A.T.U Auto-Teile-Unger. 650 Niederlassungen sind es mittlerweile – in Deutschland, Österreich, Tschechien, den Niederlanden, Italien und der Schweiz. Um künftig in jeder Filiale eine einheitliche Sicht auf den Kunden und damit einen individuelleren Service gewährleisten zu können, führt A.T.U eine neue Filiallösung ein, die effizient aus dem Rechenzentrum bereitgestellt wird. Parallel dazu verschlankt der Kfz-Dienstleister seine Computerinfrastruktur und verabschiedet sich dabei langfristig vom Prinzip PC.
Abverkauf: alle PCs müssen raus
Bis 2008 hatten die Filialen rund um das Unternehmen aus Weiden in der Oberpfalz PC-basierte Arbeitsplätze mit Oracle Forms genutzt. Als Grund für die Abkehr vom PC nennt Manfred Gerlach, Geschäftsführer Vertrieb bei A.T.U, die hohen Administrationskosten und die schlechte Skalierbarkeit: „Der hohe Aufwand, verschiedene PC-Generationen und -Images zu verwalten und zu administrieren, passte weder zu unseren Wachstumszielen, noch zu unseren Bestrebungen, die Filialprozesse grundlegend zu optimieren.“ Laut Gerlach trieb nicht zuletzt das Austauschen defekter oder veralteter PC-Hardware die Supportkosten innerhalb des weitläufigen Filialnetzes in die Höhe. Dazu kamen unnötig hohe Stromkosten in der Größenordnung von jährlich 500.000 Euro, denn die 4.000 Filial-PCs mussten zur Sicherung der Filialdaten die Nacht über durchlaufen. Aber auch in der Zentrale offenbarte sich Optimierungsbedarf: „Die PCs an den Büroarbeitsplätzen waren häufig unzureichend ausgelastet. An einigen Schreibtischen waren für unterschiedliche Anwendungen bis zu drei Geräte gleichzeitig in Betrieb.“
IGEL Thin Clients für zentrale Filial-IT
Als Ausweg aus der Kostenfalle beschloss der rund 12.000 Beschäftigte zählende Kfz-Dienstleister seine IT von 2006 an konsequent auf Server Based Computing zu migrieren und alle PCs durch Thin Clients des deutschen Herstellers IGEL Technology zu ersetzen. Dazu wurden alle Daten und Anwendungen sukzessive mithilfe von Citrix Presentation Server™ bzw. XenApp™ zentralisiert. Die Standardanwendungen laufen auf 190 Bladeservern im firmeneigenen Rechenzentrum Weiden, die noch im Roll-out befindliche Filialanwendung Microsoft® Dynamics AX 2009 wird über 45 Bladeserver aus dem hoch verfügbaren Datencenter von TUI Infotech in Hannover gehostet. Ab 2007 wurden bereits alle neu eröffneten Filialen vorausschauend mit IGEL Thin Clients ausgestattet. Bis zur endgültigen Umstellung auf Microsoft® Dynamics AX 2009 greifen Sie vorrübergehend noch auf die alte Filiallösung zu, die zu diesem Zweck über lokale Citrix®-Server bereitgestellt wird. Bis Mitte 2011 werden aber auch diese Filialen direkt mit dem Rechenzentrum verbunden sein.
Sanfte Migration mit IGEL-Software
Aufgrund eines Wechsels der Unternehmensstrategie im Jahr 2007, der anstelle des bis dahin betriebenen Expansionskurses die Konsolidierung des Geschäfts in den Fokus rückte, wurden zwischenzeitlich keine neuen Thin Clients mehr für die Filialen angeschafft. Die noch nicht ersetzten PCs liefen zunächst als Windows®-Rechner weiter, die zum einen auf die alten Filialserver mit Oracle Forms, als auch per ICA-Client auf die zentrale Citrix-Serverfarm zugriffen. „Anfang 2009 hatten wir die Idee, die Fat Clients alternativ mit dem IGEL Linux-Betriebssystem auszustatten und damit wie einen physischen Thin Client zentral managen zu können“, berichtet Bernhard Panzer, Teamleiter Netz/Server. „Erste Tests waren vielversprechend und so entwickelte IGEL eine Konvertierungssoftware, die wir pilotierten und schließlich verwendeten, um unsere Desktop-Migration mit weitaus niedrigeren Investitionskosten fortzusetzen.“ Die zunächst für A.T.U entwickelte Software vermarktet IGEL inzwischen unter dem Namen IGEL Universal Desktop Converter (UDC). „Unsere UDC-Software verwandelt x86-kompatible PCs sowie Thin Clients unterschiedlicher Hersteller in einen voll fernadministrierbaren IGEL Thin Client“, erklärt Markus Steinkamp, Key Account Manager Handel bei IGEL Technology. „Dadurch können unsere Kunden ihre PCs zukunftssicher und zu deutlich niedrigeren Supportkosten weiter betreiben.“ Bislang ist etwa ein Viertel der insgesamt 4.000 Filial-PCs konvertiert. Der Geschäftsführer Vertrieb Manfred Gerlach sieht darin einen nicht unerheblichen Kostenvorteil, denn mit Preisen ab 29 Euro kostet eine UDC-Lizenz nur einen Bruchteil des Preises eines physischen Thin Client: „Mit der Softwarelösung von IGEL verteilen wir die Gesamtausgaben der unternehmensweiten Migration über einen längeren Zeitraum. Die PC-Hardware ist zum Großteil abgeschrieben, die Umstellung ist einfach und kostengünstig.“
Hardwareneutral und kassentauglich
Neben der Investitionsstaffelung bringt die sanfte Desktop-Migration noch einen weiteren Vorteil. „Das einheitliche IGEL Linux-Betriebssystem macht unsere Desktop-Infrastruktur unabhängig von der Hardware“, erklärt Bernhard Panzer. „Es spielt keine Rolle mehr, welches PC-System da im Einzelnen steht. Die durch Luftverunreinigungen und Schmierstoffpartikel überdurchschnittlich strapazierte PC-Hardware läuft so lange weiter, bis sie ausfällt. An Ihre Stelle tritt dann ein physischer Thin Client.“ Für die Umwandlung der PCs spricht laut Panzer auch das einheitliche Geräte- und Lizenzmanagement mit Hilfe der im Lieferumfang enthaltenen IGEL Universal Management Suite (UMS). Zusätzlich zu den UDC-Lizenzen rollt A.T.U derzeit 1.300 physische Thin Clients vom Typ IGEL UD3 LX für sämtliche Kassenplätze aus. „In der Regel besitzt jede Filiale eine Haupt- und eine Nebenkasse mit Bondrucker, Kassenlade und Zahlungsterminal“, so Panzer. „Die IGEL Thin Clients bieten dafür ausreichend Peripherieschnittstellen. Die Daten werden mittels Serial Port-Mapping und einer providerseitig zugesicherten Bandbreite von 400 KBit/s pro Kasse an das Rechenzentrum übermittelt. Die restliche Bandbreite der 2 Mbit/s-Standleitung teilen sich die Beratungsplätze. Mit diesem Konzept stellen wir einen uneingeschränkten Filialbetrieb sicher.“
Effizienter IT-Betrieb in der Zentrale
Auch die Zentrale vermeldet spürbare Verbesserungen. Bis auf einen sind sämtliche Arbeitsplätze mit IGEL Thin Clients ausgestattet. Schreibtische mit drei PCs gibt es folglich nicht mehr, dafür aber zunehmend viele mit zwei Bildschirmen, denn alle IGEL Universal Desktop-Modelle bieten die Option zum Anschluss eines zweiten DVI-Bildschirms.
Auch die IT-Abteilung nutzt Thin Clients, beispielsweise, um den gesamten Endgerätepool gruppenbasiert über das Netzwerk zu administrieren. „Mithilfe des für alle Standorte einheitlichen Managements von Desktops, Usern und Anwendungen reduzieren wir die Supportkosten um 25 Prozent“, schätzt Manfred Gerlach. Auch die Stromkosten sind deutlich gesunken. Wenn die letzte Filiale an das zentrale Rechenzentrum angeschlossen und alle lokalen Server abgelöst sind, wird A.T.U im Vergleich zu einer PC-Infrastruktur jährlich über 300.000 Euro weniger bezahlen müssen. Dazu trägt zu einem Großteil die hohe Energieeffizienz der Energy Star-konformen IGEL Thin Clients bei, die nach jedem Arbeitstag um 22:00 Uhr gesammelt über das Netzwerk abgeschaltet werden. Das hat auch ökologisch relevante Effekte: So wird der CO2-Ausstoß, den A.T.U indirekt vor dem Hintergrund des deutschen Strommix verursacht, bis Mitte 2011 knapp 1.300 Tonnen weniger betragen als ein vergleichbares Szenario mit Windows®-PCs. Wenn langfristig auch die restlichen PCs durch physische Thin Clients abgelöst sein werden, steigen die jährlichen Stromkostenvorteile auf 440.000 Euro und A.T.U vermeidet pro Jahr 1.850 Tonnen CO2-Emissionen.
Erfahrener Partner, schneller Roll-out
Die hohe Effizienz der Gesamtlösung zeigt sich auch am Rechenzentrum in Hannover. Dank konsequenter 64-Bit-Technologie lassen sich pro Serversystem 150 Anwender mit Microsoft® Dynamics AX 2009 bedienen. Die Standardanwendungen im Weidener Rechenzentrum laufen noch unter 32-Bit. Hier kommen zwischen 30 bis 40 User auf einen Server. Unterstützung für das Modernisierungsprojekt holte sich A.T.U von der IBM Global Technology Services, die das Server Based Computing Konzept plante und begleitete. Zuletzt half der Partner auch bei der Gestaltung der Kassenlösung. „Positive Erfahrungen mit IGEL und IBM als Generalunternehmer boten von Beginn an gute Voraussetzungen für das gemeinsame Projekt“, berichtet der Consultant Dr. Claus Weigand. „Für die ursprüngliche Entscheidung für IGEL als Hersteller sprachen das Preis-/Leistungsverhältnis und projektspezifische Kriterien wie Prozessorleistung, Bildschirmauflösung und Stabilität der Thin Clients.“ Inzwischen hat sich IGEL aber auch als Software-Partner bewährt. „Im Bezug auf die sanfte Migration wurden unsere Bedürfnisse sehr schnell erkannt und konstruktiv adressiert“, resümiert Bernhard Panzer. „So entwickelte IGEL eine Lösung, um den Universal Desktop Converter über das Netzwerk auszurollen, und zwar mittels der Remote Installation Services in Microsoft® Windows Server™ 2003.“ Nach einem ersten Pilot im Oktober 2009 begann A.T.U mit dem Standard-Roll-out, der vermutlich bis Mitte 2011 dauern wird.
Weitere Optimierungsschritte geplant
Mit Abschluss des Roll-outs der zentralen Filial-IT, der Kassenterminals sowie der logischen Thin Clients mit dem IGEL-Betriebssystem sollen abgesehen von wenigen Notebooks keine stationären Windows®-PC mehr in Betrieb sein. Langfristig will sich A.T.U sukzessive das weitere Einsparpotential der IGEL Thin Clients erschließen, wie zum Beispiel die IP-Telefonie per Softphone und integriertem SIP-Client, oder oder den integrierten Multimediafunktionalitäten für Videopräsentationen am Point-of-Sale. „IGEL hat unser Migrationsprojekt mit hoher fachlicher Kompetenz und großem Engagement begleitet und gezeigt, wie viel in seinen Thin Client-Lösungen steckt, sowohl hardware-, als auch softwareseitig“, erklärt Manfred Gerlach. „Darauf bauen wir auch in Zukunft.“



