In 15 Minuten vom Fat zum Thin Client
Der große Versicherungsmakler RVM saugt seinen Desktops das „Fett“ ab: Eine Umwandlungssoftware von IGEL macht die Fat Clients zu Thin Clients. Mit dem reduzierten Managementaufwand kompensiert das schnell wachsende Unternehmen einen Teil der gestiegenen IT-Kosten.
Die 1979 gegründete HANNOVER Finanz Gruppe gehört zu den ersten Wagniskapitalgebern in Deutschland. Seit Bestehen finanziert das Unternehmen in mittelständische Unternehmen wie Fielmann oder Rossmann. Um den weiteren Geschäftserfolg mit entsprechender Technologie zu unterstützen, vollzog die HANNOVER Finanz 2010 den Wandel von einer PC-basierten Desktop-Strategie hin zu modernen, virtuellen IT-Arbeitsplätzen mit Microsoft Windows 7 und IGEL Thin Clients.
Strategischer Abschied vom Desktop-PC
Ihre IT-Hardware bezieht die HANNOVER Finanz am Standort Deutschland im Rahmen eines dreijährigen Leasingvertrags. Als dieser 2010 zur Erneuerung anstand, nahm die HANNOVER Finanz dies zum Anlass, ihre Desktop-Strategie grundlegend neu und nach Green IT-Richtlinien auszurichten. In Zusammenarbeit mit dem externen Partner Hencke Systemberatung migrierte das Unternehmen auf eine zeitgemäße, virtualisierte IT-Umgebung. Als Virtualisierungslösung setzte HANNOVER Finanz auf VMware vSphere. Die virtuellen Server laufen größtenteils unter Microsoft Windows Server 2008 R2, die virtuellen Desktops unter Windows 7. Alle VMs (virtuellen Maschinen) laufen optimal ausgelastet im eigenen Serverraum. Um auf die virtuellen Desktops zuzugreifen, nutzen nahezu alle stationären Anwender stromeffiziente und zentral zu managende Thin Clients von IGEL. „Mit dieser neuen Infrastruktur erzielen wir den größtmöglichen ökonomischen wie ökologischen Effekt“, erklärt der für die EDV zuständige Vorstand Goetz Hertz-Eichenrode. „Verglichen damit waren unsere bisherigen Server und Arbeitsplatz-PCs sehr verbrauchs- und wartungsintensiv. Mit der neuen, Green IT-konformen Hardware und der Virtualisierungslösung wollten wir insbesondere die Verfügbarkeit unserer IT-Arbeitsplätze verbessern.“
Kosteneffiziente Migration auf Windows 7
Das Virtualisierungsprojekt bot der HANNOVER Finanz eine kostengünstige Gelegenheit zur bis dato aufgeschobenen Migration auf Windows 7. „Mit dem Leasingvertrag von 2007 hatten wir uns zwar bereits für Desktop-PCs mit einer Windows Vista-Lizenz entschieden, weil wir aber darin keinen wesentlichen Mehrwert erkennen konnten, betrieben wir die Geräte mithilfe einer Downgrade-Lizenz noch mit dem Vorgängersystem Microsoft Windows XP“, berichtet EDV-Administrator Christian Kellner, der die Modernisierung initiierte und koordinierte. „Im Zuge der Virtualisierung tauschten wir die Vista-Lizenzen kostengünstig in Windows 7 um und machten damit die aktuelle Version des Desktop-Betriebssystems zum Standard-OS für unsere virtuellen und mobilen Desktops.“ Am deutschen Standort Hannover arbeiten insgesamt 42 Anwender. Davon nutzen 22 stationäre Arbeitsplätze und 20 mobile. Auf die Virtualisierungslösung von VMware fiel die Wahl laut Christian Kellner, weil die Software bezüglich der Anforderungen der HANNOVER Finanz die beste Leitungsfähigkeit zeigte.
VMware und IGEL: performant und effizient
Der damalige Vorsprung von VMware in punkto Video- und Audiowiedergabe beruhte laut Kellner insbesondere auf dem leistungsstarken Übertragungsprotokoll PCoIP. Auch IGEL konnte diesen Technologievorsprung für sich verbuchen. „Anfang 2010 gab es kaum Thin Client-Hersteller, die das Protokoll in einer so hohen Qualität unterstützten, wie die Universal Desktop Thin Clients von IGEL.“ Diese Technologieführerschaft in Form des integrierten und jeweils aktuellsten VMware View Client nennt Kellner als eines der Entscheidungskriterien für den deutschen Thin Client-Hersteller. „Obwohl wir mit dem IGEL UD3 LX das Standardmodell der IGEL Universal Desktop-Reihe nutzen, ist die Performance heute besser, als zuletzt mit den physischen PCs. So lassen sich beispielsweise DVDs, die mittels USB-Laufwerk auf den Thin Clients laufen, problemlos ansehen.“
In Sachen Energieverbrauch konnten die neuen Energy Star-zertifizierten Endgeräte ebenfalls überzeugen. Passend dazu schaffte die HANNOVER Finanz Null-Watt-Monitore und im Backend Green IT-konforme Server, Storage und Netzwerkkomponenten an. „Durch die Neuerung konnten wir die Anzahl der Server von acht auf fünf physische Server reduzieren und somit die Klimaanlage des Serverraums mit einer Stromaufnahme von 3,4 kW einsparen“, rechnet Christian Kellner vor. Insgesamt ergeben sich so Einsparungen von 2.900 Euro pro Jahr oder 8.700 Euro je Leasingzyklus.
Effizientes Management
Ein weiterer Vorteil der Virtualisierung liegt im einfacheren IT-Management. „Wir besitzen lediglich drei Usergruppen: Für das Rechnungswesen, das Sekretariat und den Vorstand pflegen wir je ein Windows 7-basiertes Masterimage inklusive aller benötigter Anwendungen“, erklärt Christian Kellner. „Das sind zum Beispiel DATEV, Microsoft Office oder Electronic-Banking. Damit fallen sämtliche Software-Updates und Patches nur für diese drei Images an und nicht mehr wie früher an jedem einzelnen PC.“ Das Betriebssystem der Thin Clients macht noch weniger Arbeit. Es bedarf nur gelegentlicher Aktualisierungen, beispielsweise dann, wenn ein neuer VMware View Client erscheint. Christian Kellner beschreibt das Management der IGEL Thin Clients als intuitiv und simpel. „Die IGEL Universal Management Suite (UMS) ist im Lieferumfang enthalten und gestattet uns das Anlegen von Geräteprofilen, mit deren Hilfe wir sehr schnell individuelle Einstellungen, wie beispielsweise Monitorauflösungen oder Zweibildschirmarbeitsplätze über das Netzwerk zuweisen können.“ Die administrativen Arbeiten an Servern und Thin Clients teilt sich Christian Kellner mit dem Dienstleister Hencke Systemberatung. Deren Experten überprüfen die Umgebung jeden Morgen und melden eventuelle Fehler an Christian Kellner. Die Urlaubsvertretung übernimmt der Dienstleister ebenfalls. Die konsequente Fernadministration minderte den monatlichen Pauschalbetrag für die Systempflege um 450 Euro. So entstehen über den dreijährigen Leasingzeitraum Einsparungen von 16.200 Euro.
Migration übers Wochenende
Dank guter Vorbereitung durch die Hencke Systemberatung konnte die Migration während eines Wochenendes erfolgen. „Wir schickten die Mitarbeiter an jenem Freitagnachmittag bereits um 15:00 Uhr ins Wochenende“, berichtet Christian Kellner. „Die externen IT-Fachkräfte der Hencke Systemberatung hatten alle Geräte beschafft und unsere Umgebung vorab in deren Räumlichkeiten aufgebaut und getestet. So konnte die letztendliche Installation der IT-Umgebung bis Sonntagabend erfolgen. Bis dahin wurden alle Dokumente, E-Mails und persönlichen Einstellungen von den PCs auf die virtuellen Maschinen übertragen und die neuen Geräte aufgestellt. Die Thin Clients konfigurierten sich nach Kontakt zum Netzwerk und dem IGEL-Managementserver automatisch. Die neuen Notebooks erhielten ihr Windows 7-Image ebenfalls schnell unter Verwendung der Softwarelösung Microsoft Solution Accelerator for Business Desktop Deployment 2007. Am Montagmorgen fanden alle Mitarbeiter ihren neuen Arbeitsplatz vor.“ Schulungsbedarf gab es laut Christian Kellner nicht, da den Usern die neue Windows-Oberfläche bereits aus einer früheren Windows Vista-Schulung bekannt war und das Handling der Thin Clients ansonsten keine wesentlichen Unterschiede zum PC aufwies.“
Gesamtkosten sinken
Die neue IT-Umgebung rechnet sich. Zwar liegen die Leasingkosten für den üblichen Drei-Jahres-Zyklus um rund 23.000 Euro höher als die der PC-basierten-Lösung von 2007. Diese Differenz gleicht jedoch die Energie- und Managementersparnisse aus. Unterm Strich sinken die Gesamtkosten sogar um 1.900 Euro. Die Verfügbarkeit hat sich ebenfalls wie gewünscht verbessert: „Alle Serverimages und Daten unserer IT-Umgebung sichern wir in Echtzeit in einem zweiten Serverschrank, der sich in einem anderen Brandabschnitt des Gebäudes befindet“, erklärt Christian Kellner. „Auf diese Weise stellen wir sicher, dass wir im Brandfall sehr schnell eine Notfallumgebung bereitstellen können. Bereits heute sind unsere Anwender in der Lage, bei Bedarf von zu Hause aus via Web-Browser auf ihren virtuellen Desktop zuzugreifen.“ Auch im Büro können die Mitarbeiter der HANNOVER Finanz von jedem Arbeitsplatz aus auf ihren virtuellen Desktop zugreifen und laufen dabei nicht wie früher Gefahr, Daten durch einen Hardwarefehler zu verlieren. Sollte ein Gerät wider Erwarten ausfallen, nimmt ein Ersatzgerät den Platz ein, das sich sofort wieder automatisch konfiguriert und den Anwender mit seiner laufenden Serversitzung verbindet.
Zukunftssichere Lösung
Christian Kellner geht davon aus, dass die IT-Gesamtkosten ab 2013 für die HANNOVER Finanz noch weiter sinken werden. Zu Beginn des nächsten Leasingzyklus ist lediglich die neue Hardware zu tauschen und mit den bestehenden Images zu bespielen. „Auf Basis der Lösungen von VMware und IGEL konnten wir unsere IT-Umgebung sehr praxisnah modernisieren und Fixkosten sowie Ausfallzeiten minimieren“, resümiert Vorstand Goetz Hertz-Eichenrode. „Das bringt uns eine hohe Flexibilität für die Zukunft.“




