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Mi 20 August 2008
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Freie Universität Berlin

„Berlin Brain“: IGEL Thin Clients in der FU Berlin

Seit der Einweihung des „Berlin Brain“ am 14. September 2005 ist die Hauptstadt um ein faszinierendes architektonisches Wahrzeichen reicher. Der vom renommierten englischen Architekten Lord Norman Foster gestaltete Neubau der Philologischen Bibliothek der Freien Universität Berlin hat das menschliche Gehirn zum Vorbild und vereint so auf eindrucksvolle Weise Design, Funktionalität und Raumeffizienz. Diese einzigartige Kombination drückt sich auch in der dort integrierten Informationstechnik aus. Anlässlich der Zusammenführung von elf Teilbibliotheken mit insgesamt 700.000 Büchern entwickelte die FU Berlin eine einzigartige IT-Struktur für die Katalog- und Onlinerecherche.

Der Kunde
  • Freie Universität Berlin – Philologische Bibliothek, entworfen vom Stararchitekten Lord Norman Foster
  • 700.000 Bücher stehen für Katalog- und Onlinerecherche zur Verfügung
  • veraltete IT-Infrastruktur verlangte nach neuer Lösung


Modernisierung der Rechercheplätze


Den Administratoren machten die laufenden Ausfälle der über die Teilbibliotheken verteilten Geräte zu schaffen. „Gegen Ende 2003 lag eine ziemlich heterogene Infrastruktur vor“, erinnert sich Jonas Fansa, System- und Netzwerkadministrator der Philologischen Bibliothek der FU Berlin. „Fünf PC-Generationen mit unterschiedlichen Betriebssystemen und Anzeigegeräten trieben den Wartungsaufwand immer weiter in die Höhe. Personell konnten und wollten wir dem nicht länger Rechnung tragen.“ Hinsichtlich der dringend erforderlichen Ersatzinvestition für die veralteten Geräte favorisierte man für die neue Bibliothek ein Modell mit einheitlichen und zentral administrierbaren Thin Clients. Über sechs Monate begutachtete und testete der IT-Verantwortliche knapp ein Dutzend Modelle der bedeutendsten Anbieter.


Grafikqualität entscheidet über Thin Client-Auswahl


Die Evaluationsphase begann mit der CeBIT 2004, wo sich der Bibliotheksleiter Dr. Klaus Ulrich Werner und der IT-Beauftragte Jonas Fansa mit den meisten Herstellern vertraut machten. Im Verlauf der anschließenden Teststellung scheiterten viele Geräte bereits an grundlegenden Konstruktionskriterien wie Robustheit, Standfestigkeit oder Geräuscharmut. „Obgleich alle Thin Clients keine mechanischen Bauteile aufwiesen, fielen manche Modelle bei den Teststellungen durch eine unangenehme Akustik auf, wie beispielsweise Zirp- oder Pfeifgeräusche elektronischer Komponenten.“ Die entscheidende Hürde, an der zunächst alle Testgeräte scheiterten, bildete die grafische Ausgabequalität über den analogen VGA-Anschluss. „Die Darstellung teils filigraner Schriftzeichen auf weißem Hintergrund stellt höchste Ansprüche an Grafik- und Darstellungssysteme“, erklärt Jonas Fansa. „Für Philologen ist die Arbeit mit Texten aber das wichtigste Kriterium zur Beurteilung von Computerarbeitsplätzen, denn die Darstellungsqualität auf dem Monitor soll dem gedruckten Vorbild so nahe wie möglich kommen.“

Nach Aussage des IT-Verantwortlichen hatte IGEL als erster Hersteller einen Thin Client mit DVI-Anschluss (Digital Video Interface). Ein erster Prototyp eines neuen Modells der IGEL-Serie LX Premium wurde im Herbst 2004 nach Berlin geschickt, wo man sich angesichts der Klarheit der Bildausgabe begeistert zeigte.


Serverless Thin Clienting auf höchstem Niveau

Jonas Fansas Auffassung nach gliedert sich der Thin Client von IGEL bestens in die gestalterischen und funktionellen Prinzipien des außerordentlichen Bibliotheksneubaus ein: „Die schwarze Designoption passt ideal zu der in Grautönen gehaltenen Inneneinrichtung. In der Farbe der Thin Clients wählten wir auch die übrigen Komponenten der Recherchestationen aus. Im Einzelnen sind dies besonders leise und schwere Cherry-Tastaturen, optische Mäuse und hochwertige EIZO LCD-Monitore mit Helligkeitssensor. Das Metallgehäuse der IGEL Thin Clients ist robust und steht stabil. Zwei USB-2.0-Anschlüsse an der Frontseite erlauben den Anschluss von Memory-Sticks zum Speichern der Recherche-Ergebnisse.“

Die Herausforderung
  • Elf Teilbibliotheken mit rund 100 Recherche- und Katalogstationen solten einheitlich und zentral verwaltet werden
  • Integration der Thin Clients in das gestalterische Gesamtkonzept musste garantiert sein

Das „Berlin Brain“ beherbergt rund 100 Recherche- und Katalogstationen. Die ihnen zugrunde liegenden Thin Clients arbeiten dank ihrer reichhaltigen Software-Ausstattung völlig autark. Alle über das Rechenzentrum als Service bereit gestellten Anwendungen wie beispielsweise das Online-Katalogsystem werden über den lokal in die Gerätefirmware integrierten Internet-Browser aufgerufen. „Der technische Fortschritt innerhalb der Thin Client-Branche lässt die Leistungsunterschiede gegenüber dem PC-Arbeitsplatz immer geringer erscheinen. Das von uns gewählte IGEL Premium-Modell enthält bereits einen 1 Gigahertz getakteten VIA C3 LP-Prozessor. Mit dieser Performance konnten wir ein echtes Serverless Thin Clienting ohne Investitionen für Terminalserver aufbauen, das sehr gut angenommen wurde und hinsichtlich Wartungs- und Administrationsaufwand in keiner Weise mit der vorherigen Struktur zu vergleichen ist. Als Administrator gehe ich heute wieder gerne in die  Bibliothek.“


Komfortables Management

Auch in puncto Managementsoftware attestiert der IT-Beauftragte dem deutschen Hersteller ein hohes Niveau. Die im Lieferumfang enthaltene IGEL Remote Management Suite gliedert sich in drei Komponenten: die plattformunabhängige Java-Konsole zur ortsunabhängigen Fernadministration, eine Serversoftware zur Steuerung des Thin Client-Pools und eine Datenbank für Gerätesettings und Nutzer- bzw. Gruppenprofile. „Dank des logischen Aufbaus und der intuitiven Bedienbarkeit der Managementsoftware kann ich den Thin Client-Pool ortsunabhängig administrieren. Via Admin-Notebook und Einwahl über den Cisco VPN-Client könnte ich diese Arbeit theoretisch auch ohne Sicherheitsbedenken von Shanghai aus tun“, scherzt Fansa. Die Installation und Konfiguration der 100 Thin Clients ging dank komfortabler Verwaltungsfunktionen zum Übertragen von Einstellungs- und Nutzerprofilen ebenfalls schnell vonstatten. Für die größtenteils selbst durchgeführte Arbeit benötigte der Administrator knapp eineinhalb Wochen.

Die Umsetzung
  • Installation von 100 Thin Clients der Serie IGEL LX Premium für echtes Serverless Thin Clienting
  • Grafikperformance der IGEL Thin Clients genügt höchsten philologischen Ansprüchen
  • Kundenspezifische Drucksteuerung wurde von IGEL mit eigens programmierten Java-Applets umgesetzt


Kompetente Firmwareanpassungen

Die Rechercheplätze sind gleichmäßig über die Bibliothek verteilt. Alle 15 Meter haben die Besucher Zugriff auf einen Thin Client. Das Gros der Stationen ermöglicht nach ordentlicher Authentifizierung einen freien Webzugriff. Bezüglich des Druckmanagements ging die FU Berlin einen innovativen Weg: Wird ein Druckbefehl über den Browser angestoßen, startet das Java-Applet XPrint der Firma Geniusbyte von der Firmware. Dieses fordert den Anwender zur Eingabe seiner Druckkartennummer und einer beliebigen Auftragskennung (ID) auf. Mit diesen Daten lässt sich der Druckauftrag direkt an einen Netzwerkdrucker oder an den Druckserver weiterleiten, als PDF-Datei auf USB-Memory-Sticks abspeichern oder per E-Mail versenden. Das Java-Applet integrierte IGEL kundenspezifisch in die Gerätefirmware. „Diese und andere Anpassungen führte IGEL sehr kompetent und zuverlässig durch. Die insgesamt gute Zusammenarbeit und Unterstützung seitens des Anbieters bestätigte unseren ersten Eindruck von der CeBIT, wo wir ein engagiertes Mitarbeiterteam vorfanden, das sich sofort unserer Anforderungen annahm“, berichtet Jonas Fansa.


Lösung überzeugt auch ökonomisch

Neben allen konstruktiven und funktionellen Anforderungen attestiert der Bibliotheksdirektor Dr. Klaus Ulrich Werner der Serverless Thin Clienting-Architektur ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit: „Im Vergleich zu konventionellen Systemen wäre der Administrationsaufwand etwa dreimal so hoch wie heute.“

In Anbetracht der hohen Zuverlässigkeit und Wartungs-freundlichkeit blickt Fansa gelassen in die Zukunft. „Die neue Infrastruktur auf Basis der IGEL Thin Clients trifft den Nagel genau auf den Kopf. Das Konzept von Funktionalität, Effizienz und Design, das uns die Gebäudearchitektur der neuen Philologischen Bibliothek vorgibt, geht somit auch informationstechnisch auf und beschert uns ein durchweg positives Nutzerecho.“
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