Im Zuge eines umfassenden Substitutionsprojekts rüstet der niederländische IT Dienstleister Tweco IT rund 400 Optik-Shops mit IGEL Thin Clients aus. Die neuen Geräte dienen unter anderem als grafische Infostationen und ersetzen dank ihrer hohen Connectivity einen Großteil der heterogenen Terminallandschaft.
Die Tücke einer vorhandenen Sehschwäche schlägt oftmals erst bei der Auswahl eines neuen Brillengestells erbarmungslos zu: denn ohne die eigene Sehhilfe vor Augen lässt sich im Spiegel nur unscharf bis überhaupt nicht erkennen, ob das Gestell denn auch zum Gesicht passt. In den Niederlanden müssen sich Brillenträger neuerdings nicht mehr ärgern, wenn die neue Brille nach dem Kauf nicht so aussieht, wie sie vorher gesehen, oder besser: nicht gesehen wurde. In den rund 400 Shops der Ketten Pearle Opticiens und Eye Wish Groeneveld erfassen unscheinbare Web-Cams das Gesicht ihrer Kunden inklusive des gewählten Brillengestells darin, um die Kombination aus beidem anschließend auf einem eleganten Multiq 122e-TFT-Display in Ruhe und mit dem gewohnt klaren Blick durch die alte Brille begutachten zu können.
Thin Clients für ein cleveres InformationssystemBei Pearle ist man natürlich stolz auf das neue Kundeninformationssystem. Nicht minder stolz ist man aber auch auf die zugehörige Hardware-Basis des Infoterminals. Denn unter den Kundenschaltern steckt, wie leicht zu vermuten wäre, kein klobiger Arbeitsplatzrechner, der die entsprechende Grafik-Anwendung bereithält. Vielmehr steht auf dem Tresen ein in dekorativer, etwa Din-A4 formatiger und 5 cm breiter Thin Client der deutschen Firma IGEL Technology. Rund 2500 Geräte sollen bis Mitte 2003 mit den rund 500 UNIX- und Linux-Servern des Unternehmens kommunizieren.
Neuordnung der TerminallandschaftDas Unternehmen Pearle Europe BV., zu welchem unter anderem auch die deutsche Apollo Optik GmbH gehört, beauftragte den niederländischen IT-Dienstleister Tweco IT mit dem Reengineering der heterogenen Terminallandschaft in den beiden Optik-Ketten Pearle Opticiens und Eye Wish Groeneveld. Zum Zeitpunkt der Auftragserteilung fand Tweco im Unternehmen einen Cocktail aus ca. 2500 seriell mit den Servern verbundenen Terminals verschiedener Hersteller vor. Die IBM Klone, Wyse und Dorio Terminals sollten zugunsten einer einheitlichen und dauerhaften Infrastruktur mit CAT5-Ethernet-Verbindungen ersetzt werden. So konnte sowohl die grafische Darstellung des Informationssystems vereinheitlicht, und parallel auch die Administrationsund Wartungskosten des Gesamtsystems deutlich gesenkt werden. Die neuen Geräte sollten zudem über das X11R6-Protokoll verfügen, um mit den Serverbetriebssystemen SCO UNIX und United LINUX kommunizieren zu können. Eine weitere Anforderung an das System lag neben der Kommunikation mit dem Kundeninformationssystem auch im sicheren Zugriff auf die bestehende Datenbank Progress sowie die unternehmensspezifische SCO UNIX Anwendung PEROS (Pan-European Retail Optical System). All diese unterschiedlichen Applikationen laufen zentral auf den Servern.
Nachhaltige InvestitionenVon Anfang an setzte Pearle bei seiner Entscheidung auf eine durchgängige Terminallandschaft. Im Brennpunkt der Kaufentscheidung standen dabei die laufenden Betriebskosten. Darüber hinaus sollten sich die Terminals aber auch durch eine hohe Anwenderfreundlichkeit und eine entsprechend robuste Hardware auszeichnen. Um eine zukunftssichere Investition zu sichern war es also erforderlich nicht nur die technischen Anforderungen zu entsprechen, sondern auch mit einer entsprechend niedrigen Total Cost of Ownership (TCO) aufwarten zu können.
Diese Aspekte hängen maßgeblich von der Flexibilität, sprich der Host-Connectivity der Clients ab. Weitere Faktoren für eine nachhaltig sinnvolle Investition bildeten die Unabhängigkeit des Terminalbetriebssystems, sowie die laufende Betreuung. Bei der Planung wurde aber auch Weiterentwicklung und Aktualisierung der ClientFirmware, Emulationen und weiteren Client-seitiger Softwarekomponenten wie beispielsweise der Hardware-Treiber für die angeschlossene Web-Cam mit integriert. Schließlich waren eine sofortige Verfügbarkeit sowie eine schnelle und einfache Implementierung der neuen Geräte wichtige Kriterien bei der Herstellerauswahl.
IGEL Thin ClientsAuf Empfehlung des IT-Dienstleisters entschied sich Pearle zunächst für den Einsatz von rund 1.000 Thin Clients des deutschen Herstellers IGEL Technology. Tweco setzte dabei vorwiegend die Modelle IGEL-416 Winestra ein. Die geräuschlosen Modelle ohne Laufwerke und Lüfter verfügen standardmäßig über das geforderte X11R6-Kommunikationsprotokoll und halten zudem eine 10/100Base T Fast Ethernet-Schnittstelle zur lokalen Server-Anbindung mit Wake-on-LAN-Funktionalität bereit..
In punkto Connectivity erfüllte der IGEL-416 Winestra als flexibeler Thin Client im IGEL-Programm die funktionellen Vorgaben problemlos. Anne Jonker, Managing Director von Tweco IT hierzu: „Die integrierte Powerterm Emulation Suite der IGEL Clients erlaubte Pearle den entscheidenden Host-Zugriff mit zahlreichen Terminal-Emulationen. Alle bestehenden Terminals ließen sich damit problemlos substituieren, ohne einen neuen systemischen Engpass zu legen.“ Bei Bedarf ließen sich die selben Geräte auch jenseits der UNIXund Linux-Welt einsetzen. Anne Jonker äußert sich begeistert von der Einsatzflexibilität der IGEL Thin Clients: „Wir setzen die Thin Clients in zahlreichen Substitutionsprojekten verschiedener Branchen ein. Die Vielzahl an integrierten Standard-Protokollen ermöglichen unter anderem auch den Betrieb mit anderen Serverbetriebssystemen wie Microsoft Windows 2000 Server oder Citrix Metaframe.“
Das hartnäckige Vorurteil vom lahmen oder dummen Terminal stößt bei Pearle auf Unverständnis. In den IGEL-416 Winestra sorgen eine mit 300 MHz getaktete NSC Geode GX1 CPU, ein Arbeitsspeicher von 32 MB RAM für die notwendige Performance, um die neu bebrillten Kundengesichter sekundenschnell und in 24Bit-Qualität gestochenscharf auf das TFT-Display zu zaubern. Das Update der im 16 MB Flash-Memory gespeicherten Firmware erfolgt denkbar einfach und Kosten sparend über die zentrale Administration der Clients.
Installation im Plug & Play - VerfahrenWie bei allen IGEL Thin Clients hat das gekapselte Betriebsystem auf Linux-Basis generell keinen Einfluss auf die Kompatibilität mit den Applikationsservern, denn darüber entscheiden allein die integrierten Kommunikationsprotokolle zum Austausch der Daten. A. Bruggink, Verantwortlicher IT-Leiter bei Pearle Benelux BV. zeigt sich nachhaltig beeindruckt von der schnellen Verfügbarkeit der Thin Clients: „Die Installation der IGEL-Geräte lief sprichwörtlich im Plug & Play – Verfahren ab. Spezielle Modifikationen waren in keinem Fall nötig und die Anwender konnten sofort in ihrer gewohnten Umgebung weiter arbeiten.“ Auch die Mitarbeiter in den Optik-Shops nahmen die Umstellung laut Bruggink durchweg positiv auf. „Mit Ausnahme der neuen grafischen Demoanwendung ist die Arbeitsumgebung unserer Mitarbeiter völlig identisch.“
Fruchtbare ZusammenarbeitBis Mitte 2003 werden alle 400 Shops der beiden Ketten mit IGEL Thin Clients ausgestattet sein. Bislang sind bereits 1000 der 2500 Terminalinstallationen durch die IGEL-Geräte ersetzt worden. Laut Pearle erweist sich die Zusammenarbeit mit dem deutschen Hersteller dabei als äußerst fruchtbar für die weitere Entwicklung des Vorhabens. A. Bruggink abschließend: „Wir sind sehr zufrieden mit dem gebotenen Servicegrad seitens der Firma IGEL Technology. Unser Feedback aus dem laufenden Projekt hat sich bereits in Form neuer Features der IGEL Firmware niedergeschlagen. Diese schnelle Reaktion auf unsere Bedürfnisse und deren prompte Umsetzung unterstreichen nachhaltig unsere Entscheidung für die IGEL Thin Clients.“
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