Die Universität Maastricht modernisiert ihr Netzwerk und eröffnet mit IGEL das digitale Zeitalter
Universität Maastricht reorganisiert ihre Universitätsbibliotheken auf Basis eines Server Based Computing Konzepts. Gute Noten für Thin Clients von IGEL.
Hollands Universitäten und Hochschulen stehen derzeit hoch im Kurs. Neben dem späteren Bonus eines Auslandaufenthaltes findet vor allem das charakteristische Konzept des „problemgesteuerten Unterrichts“ großen Anklang bei den ausländischen Studenten. Maßgeblich für den Erfolg des wegweisenden Lernprinzips, welches den Fokus auf selbstständige Arbeit in Kleingruppen von bis zu 10 Personen mit individueller Tutorenbetreuung legt, sind ausreichende Recherchemöglichkeiten und moderne, funktionelle Arbeitsplätze. Die neu gestaltete Maastrichter Universitätsbibliothek wird diesem Anspruch technologisch mit einer Server Based Computing Architektur und zentral administrierbaren Thin Clients gerecht. 550 der Platz sparenden und kostengünstigen Endgeräte gestatten den Studenten den multimedialen Zugriff auf die digitalisierten Wissensschätze und Buchzusammenfassungen der unterschiedlichen Fachbibliotheken.
Neugestaltung der UniversitätsbibliothekIm Vordergrund des „Problem-based Learning“ steht die Suche nach weiterführenden Informationen. Die hierfür notwendigen Recherchemöglichkeiten und Arbeitsplätze realisiert die Universität über so genannte „Studienlandschaften“, die sich in verschiedene Leseräume für Einzelpersonen oder Gruppen mit und ohne Computer sowie audiovisuelle Abteilungen untergliedern. Mit den an den verschiedenen Bibliotheksstandorten installierten Thin Clients des deutschen Hersteller IGEL Technologies verfügt die Universität Maastricht über eine der größten Installationen in den Niederlanden.
Im Mai 2003 wurde die neue Universitätsbibliothek eröffnet. Sie soll die traditionelle Bibliothek mit ihren alten und wertvollen Büchern, darunter eine große Jesuiten-Sammlung aus dem 15-ten Jahrhundert mit neuester digitaler Technik verbinden und alle Veröffentlichungen der Uni nach und nach digitalisiert zur Verfügung stellen. Dies sind zur Zeit 3.000 Titel.
Interner Application Service ProviderDer Startschuss für das ehrgeizige Vorhaben, eine homogene und zentral administrierbare Systemlandschaft zu schaffen, fiel im Januar 2001. Projektverantwortlich war die ICT-Abteilung der Universitätsbibliothek Maastricht, welche mittlerweile als „interner Dienstanbieter“ agiert und den Fakultäten das „Server Based Computing“-Konzept inklusive Administration anbietet.
Hardwareseitig sorgen acht Server mit je zwei 2,8 GHz Prozessoren und je 2-3 GByte Speicher für die notwendige Performance, um via Microsoft Windows 2000 Advanced Server und Citrix Metaframe XP (Feature Release 2) den simultanen Datenaustausch zwischen den zentral vorgehaltenen Bibliotheksanwendungen und den via Ethernet angebundenen Clients sicherzustellen.
Letztere wurden über den IGEL-Partner Tweco IT bezogen und ohne weitere Fremdunterstützung selbst installiert. Marc de Lyon, Leiter der ICT-Abteilung, zeigt sich äußerst zufrieden mit dem Projektverlauf: „Der geschätzte Zeitplan wurde genau eingehalten, und im Budget gab es sogar noch Reserven.“ Besonders beeindruckte de Lyon die schnelle Inbetriebnahme der Clients: „Die Installation der IGEL-Clients lief sprichwörtlich im Plug&Play–Verfahren ab. Bereits sechs Wochen nach der Lieferung der Clients war das System betriebsbereit.“
Die Kommunikation zwischen Applikationsserver und Clients erfolgt über das Citrix ICA-Protokoll (Independend Computing Architecture), das auch die Übermittlung von Audiodaten an die Endgeräte gestattet. Eine Funktion, die sich insbesondere bei multimedialen Lernprogrammen und Internetrecherchen als notwendig erweist. Somit lassen sich im Bereich Medizin beispielsweise auch Lehrfilme oder anatomische Modelle bereitstellen.
Client-Wahl: Qualität und Ausstattung überzeugten15 Geräte verschiedener Hersteller nahm das Projektteam der Universität Maastricht um Marc de Lyon im Vorfeld unter die Lupe. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten des IGEL-Modells waren nach Aussage des IT-Leiters vor allem Qualität und Performance von Hard-und Software-Ausstattung.
Tatsächlich zählt der IGEL-596 Premium Plus mit 256 MB RAM und einem Bündel integrierter Anwendungen zu den besonders leistungsstarken Modellen. Um die Belastung des Netzwerkes durch häufig aufgerufene Anwendungen möglichst gering zu halten, offeriert der Thin Client serienmäßig einen lokalen Internetbrowser inklusive Standard-Plugins wie Adobe PDF-Reader, Macromedia Flashplayer und Realplayer. Die Maastrichter wählten hierfür den Mozilla-Browser mit Java Runtime Environment 1.41 von Sun. Diese Grundausstattung erlaubt den Studierenden auf speziell ausgewiesenen Arbeitsplätzen den problemlosen, multimedialen Breitbandzugriff auf das World Wide Web. In der Firmware der Thin Clients ist ferner ein ThinPrint Management Client enthalten, der den Studenten das Bandbreiten-schonende Drucken über das Netzwerk erlaubt.
Schlanke AdministrationDie Universität Maastricht ist eine staatliche Universität, die sich unter anderem Zusatzgelder durch Forschungsanträge und Studiengebühren beschafft. Wie in allen öffentlichen Bereichen sind auch hier die Gelder eher knapp bemessen. Effiziente Dienste für die Studierenden und Lehrenden sind jedoch ein Muss. Nachdem die Arbeitsplatz-PCs abgeschrieben waren und wieder Budget frei war, überzeugte de Lyon die Finanzabteilung in erster Linie durch die zu erzielende Senkung der Total Cost of Ownership (TCO). Diese Einsparungen entstehen zu einem Teil aus den im Vergleich zum PC niedrigeren Anschaffungskosten der Endgeräte. Das Gros liegt aber in den deutlich geringeren Administrationskosten der wartungsarmen Endgeräte. „Je mehr Endverbraucher, um so besser rechnet sich Server Based Computing“, erklärt de Lyon. „Dank der zentralen Administrierbarkeit sind die Personallasten bereits um 30 bis 40 Prozent gesunken. Eine Arbeitskraft kann jetzt 150 Arbeitsplätze betreuen, vorher waren es gerade einmal 75. Wir sparen also per annum zwei Vollzeitkräfte ein, die je ca. 50.000 Euro kosten. Die Administration der Gerätefirmware erfolgt schnell und zuverlässig über FTP-Updates.“
Uni-Alltag ohne AusfälleDie beiden neu eröffneten Bibliotheksniederlassungen „UB Randwijck“ und „UB Grote Looiersstraat“ bieten heute insgesamt 700 Studierplätze, die zum Großteil mit Thin Clients ausgestattet sind. Vor der Reorganisation erfolgte die Buch- und Internetrecherche ausschließlich über klassische PCs, die im Vergleich zur heutigen Lösung immer wieder hohe Kosten durch häufige Hardwareausfälle verursachten. Zudem legten eingeschleuste Viren das komplette Recherchesystem wiederholt lahm. Die heute eingesetzten Thin Clients vermeiden solche Ausfälle durch den konsequenten Verzicht auf fehleranfällige Komponenten wie Festplatten, CDROM-oder Diskettenlaufwerke oder andere bewegliche Teile wie Netzteil-oder CPU-Lüfter. Damit verbunden sind nicht nur eine geringere Geräusch-und Wärmeentwicklung an den Arbeitsplätzen, die das Studieren angenehmer machen. Die Clients verfügen vielmehr über deutlich längere Lebenszyklen von durchschnittlich fünf Jahren.
Da Diskettenlaufwerke der häufigen mechanischen Beanspruchung nicht standhalten können, gibt es nur noch wenige PC-Floppystationen. Stattdessen können die Studenten die sogenannte i-disk nutzen: „Jeder Student verfügt über einen Speicherplatz von 50 MB, verfügbar nach dem Log-in. Von allen Daten in den Speicherplätzen werden jeden Tag Backups erstellt. Außerdem werden sie auf Viren überprüft.“ In der „UB Innenstadt“ gibt es zudem 60 „Connection-Points“. Hier können die Studenten ihre Laptops anschließen und die gespeicherten Daten herunterladen.
Hohe Akzeptanz bei Studierenden und MitarbeiternZur Bewertung der Lösung wurde unter den Studierenden eigens eine Evaluation durchgeführt. Dem positiven Ergebnis zufolge werden die Ergebnisse bei der Recherche jetzt deutlich schneller geliefert und es tauchen keine technischen Probleme mehr mit den Endgeräten auf. Auch die verantwortliche ICT-Abteilung ist seit der Einführung zufriedener, da sie laut de Lyon, nicht mehr in erster Instanz als Feuerlöscher agieren muss, sondern sich stattdessen auf die Steuerung und weitere Planung der IT-Umgebung konzentrieren kann.
Auch die ca. 150 UB-Mitarbeiter profitieren von der Neuerung und haben mit Hilfe der Clients sogar ein neues Bürokonzept umgesetzt: Da die Büros in der Vergangenheit auch zu Stoßzeiten nur zu maximal 70 Prozent ausgelastet waren, wurde die Arbeit neu organisiert. Die traditionellen
Büros verwandelten sich im Zuge dessen in flexible Arbeitsplätze.
AusblickTrotz der wegweisenden Umsetzung des Server Based Computing erkennt de Lyon keine technische Vorreiterrolle: „Auch die Universitäten in Leiden und Delft setzen Thin Clients ein, hier allerdings nur im Back-Office. In Deutschland sind ähnliche Vorhaben ebenfalls umgesetzt. Gerade in verwaltungsintensiven Einrichtungen mit vielen Arbeitsplätzen, können SBC und Thin Clients ihr volles Potential ausspielen. Die Anfangsinvestitionen sind überschaubar, die technische Installation beherrschbar und die Kosten-Nutzenrechnung eindeutig.“ Nach den bisherigen Erfahrungen arbeitet man in Maastricht bereits an Folgeprojekten. So ist beispielsweise geplant, die Client-Administration mit Hilfe der aktuellen Software IGEL Remote Manager noch weiter zu optimieren. Ferner denkt man auch über die Anschaffung mobiler Clients nach. Vorher soll jedoch die Anzahl der stationären Endgeräte für Studenten und Mitarbeiter aufgestockt werden. „Unsere Finanzabteilung ist trotz der anfänglichen Skepsis mittlerweile so
begeistert von der Installation, dass sie das Server Based Computing auch für ihre Mitarbeiter einführen möchte“, berichtet de Lyon nicht ohne Stolz.
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