Unterschiedliche Anwenderszenarien, einheitliches Management – Deutsche Börse Systems nutzt IGEL Thin Clients auf dem Parkett, für die Systemüberwachung und an internationalen Serverstandorten.
Skontroführer – so heißen Börsenmakler mit Zulassung zum Börsenhandel – haben eine verantwortungsvolle Aufgabe: an der deutschen Börse bestimmen sie den marktgerechten Börsenpreis eines Wertpapiers. Dabei müssen sie sich blind auf ihre IT-Systeme verlassen können, denn kritische Ausfälle würden schlimmstenfalls den Handel zum Stillstand bringen. Solchen Risiken vorzubeugen ist seit 1997 die Aufgabe der
Deutsche Börse Systems AG (DBS)
. Mit über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verantwortet sie die gesamte Informationstechnologie der weltweit größten Börsenorganisation. Dabei entwirft, baut und betreibt sie nicht nur die technologische Infrastruktur der Deutschen Börse, die DBS betreut weltweit insgesamt noch 16 weitere Börsen. Einen speziellen Aufgabenschwerpunkt in Frankfurt bildet die Verfügbarkeit der Endgeräte auf dem Parkett. Dort, aber auch in anderen Anwendungsbereichen, sorgen Thin Clients für eine sicherere und effiziente Computing-Umgebung.
Arbeitsplatz-PCs zu teuerDie Arbeitsplätze der Skontroführer gehören seit Anfang 2005 zum Verantwortungsbereich der Deutsche Börse Systems. „Hier gab es einiges zu verbessern“, erinnert sich Jürgen Schneider, Diplom-Informatiker (FH) bei der Deutsche Börse Systems AG. Die Arbeitsplätze waren mit PCs ausgestattet. Darüber wurde das zentrale Handelssystem serverbasiert bereitgestellt. Für diese einfache Aufgabe waren die PCs allerdings deutlich überdimensioniert, mechanisch zu anfällig und in der Pflege zu aufwendig. „Insbesondere die regelmäßigen Security-Patches oder das Wiederaufsetzen des Systems nach einem Ausfall nahmen viel Zeit in Anspruch. Um diese Probleme zu lösen und die bis dahin hohen Wartungs- und Supportkosten dauerhaft zu senken, empfahlen wir der Deutschen Börse die Einführung von Thin Clients.“ Jürgen Schneider ermittelte darüber hinaus noch zwei weitere Einsatzbereiche, in denen sich Thin Clients als Alternative für Arbeitsplatz-PCs anboten: als Serviceterminal an den Accesspoints der internationalen Rechenzentren sowie als Mehrbildschirmarbeitsplatz zur Systemüberwachung. Weiterhin strebte die DBS eine geringere Wärmeentwicklung und höhere mechanische Robustheit bei den Endgeräten an. Aus lizenzrechtlichen Gründen sollten die Thin Clients ferner Linux-basiert sein und über diverse Terminalemulationen verfügen, da insbesondere die Börsenplätze auf ein IBM 3270 Mainframesystem zugreifen.
Der Kunde
- Zuständig für Gesamt-IT der Gruppe Deutsche Börse
- Betreuung 16 weiterer Börsen weltweit
- Über 1.000 Mitarbeiter
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Überzeugendes Lösungskonzept von IGELThin Clients besitzen im Vergleich zu PCs eine sehr kompakte und passive Bauweise ohne bewegliche Teile wie Laufwerke oder Lüfter. Um nebst diesen gewünschten Vorzügen auch eine große Zukunftssicherheit zu erzielen, suchte die DBS für die drei Anwendungsbereiche eine möglichst flexible, aber dennoch einheitlich zu verwaltende Lösung. Michael Gruth, Head of Unit, zum Auswahlverfahren: „Nach diversen Teststellungen konnte hier insbesondere der deutsche Hersteller IGEL Technology überzeugen. Dessen unterschiedliche Modelle besitzen eine reichhaltige Firmware mit unterschiedlichsten Digital Services inklusive der für unsere Zwecke besonders wichtigen Terminalemulationen. Außerdem lassen sich die Geräte sehr einfach, komfortabel und einheitlich über eine im Lieferumfang enthaltene Managementlösung gruppieren, administrieren und verwalten.“ Als ein weiteres ausschlaggebendes Argument nennt Michael Gruth die IGEL-typische Eigenschaft, dass die Thin Clients auch ohne Kontakt zum Managementserver lauffähig sind. „Der autarke Betrieb ist für uns von größter Bedeutung, denn ein großflächiger Ausfall der Endgeräte könnte den Handel gefährden. Anders als bei einigen Wettbewerbslösungen mit Streaming-Modellen ist die IGEL Firmware auf einem Compact Flash-Chip im Gerät gespeichert. Somit stehen alle Funktionen jederzeit zur Verfügung. Zwar wird die Firmware von zentraler Stelle aus aktualisiert, doch ein Fail Safe-Mechanismus garantiert dabei immer einen fehlerfreien Update-Prozess.“
Börsenparkett: hohe Verfügbarkeit, gutes KlimaAls wichtigste Prämisse für die Thin Clients an den inzwischen rund 250 Börsenplätzen galt, bei möglichst hoher Sicherheit und geringer Wartung den Basiszugang zur Host-basierten Börsenapplikation zu gewährleisten und dabei möglichst platzsparend zu sein. Als geeignetes Modell identifizierte Michael Gruth das Modell IGEL-364 LX Compact, dessen Bauform den Einbau in die Arbeitsplätze der Skontroführer, den sogenannten Schranken, erleichterte. „Die klaren Linien des kompakten Gerätes kamen uns sehr entgegen. Die Arbeitsplätze der Skontroführer sind mit einer Tischplatte und einer Haube versehen. In der Haube befindet sich ein reflektionsarmer Monitor, der IGEL Thin Client findet im Kabelschlitz dahinter Platz, der gleichzeitig als Lüftungsschacht dient.“ Mit dieser unauffälligen Installation mindert die DBS auch die hohe Wärmeentwicklung, die bis dato mit dem Einbau der PCs verbunden war. „Wir benötigen jetzt keine zusätzliche Kühlung mehr, was neben der Verbesserung des Raumklimas auch Kosten spart. Die IGEL Thin Clients verbrauchen je Gerät etwa 70 Watt weniger Strom als die früheren PCs.“ Noch stärker als die damit verbundene jährliche Ersparnis von mehr als 4.500 Euro wiegen für Jürgen Schneider allerdings die deutlich kürzeren Servicezeiten: „Dank der Möglichkeit zur Vorkonfiguration über die IGEL Remote Management Suite lassen sich die Geräte in nur fünf Minuten austauschen. Die Installation eines PCs für den Börsenplatz dauerte hingegen mindestens eine Stunde. Dieser Zeitvorteil kommt unter anderem auch unserem Notfallkonzept zugute. Unter Verwendung der aktuellen Reserve von ca. 130 IGEL Thin Clients errichten wir binnen drei Tagen eine komplette Notfalllokation für den Börsenhandel.“
Die Herausforderung
- Geringere Aufwendungen für Support- und Wartung
- Konsolidierung von Terminals und PCs für Skontroplätze, Überwachung und Serveradministration (OpenVMS)
- Einheitliches Management über alle Geräte hinweg
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Accesspoints: vertraute ManagementumgebungDas zweite Einsatzgebiet für die IGEL Thin Clients bilden die 16 Außenstellen in großen europäischen und internationalen Metropolen wie London, Paris, New York und Singapur. In den dortigen Rechenzentren ersetzen die IGEL Thin Clients die bisherigen Wartungsterminals. „Zum Zugriff auf die OpenVMS-basierten Systeme nutzen wir bislang textbasierte VT520-Terminals. Da diese inzwischen selten werden, bot sich auch hier ein Ersatz durch kommunikationsbegabte Thin Clients an“, berichtet Jürgen Schneider. „An jedem Standort betreiben wir je zwei redundante, örtlich weit voneinander getrennte IT-Racks mit je einem Wartungsterminal. Der Zugriff vom IGEL Thin Client auf den Server erfolgt über die integrierte Terminalemulationssuite PowerTerm, die wir bereits zuvor auf unseren Administrations-PCs einsetzten. Via VT100-Protokoll und der Display-Export-Funktion in OpenVMS wird der IGEL zum zuverlässigen Anzeigesystem. Einen Mehrwert im Vergleich zum vorherigen Szenario bietet der in der Firmware integrierte Webbrowser Mozilla Firefox. Dieser Digital Service steht unseren Administratoren an den Accesspoints jetzt ebenfalls zur Verfügung.“ Wie an den Börsenplätzen ist die Verfügbarkeit der Endgeräte auch hier von größter Bedeutung, wie Michael Gruth verdeutlicht: „Da wir die Server in den Rechenzentren nahezu ausschließlich remote administrieren, kommt es vor, dass sich an manchen Standorten über zwei Jahre kein Mensch aufhält. Betritt man nach so langer Zeit den Serverraum, muss das Gerät funktionieren. Der IGEL Thin Client bietet uns dann eine bestens vertraute Administrationsumgebung.“
Systemüberwachung: effizientes MultiviewingFür das dritte Anwenderszenario, die Systemüberwachung, wählte die DBS ein Thin Client-Modell, das IGEL eigens für den Mehrbildschirmbetrieb und andere hohe grafische Anforderungen entwickelt hat: Der IGEL-7302 LX PanaVeo ist mit der für Thin Clients optimierten Grafikkarte Matrox EpicA (T2) ausgestattet. Diese gestattet unter anderem den simultanen Anschluss von bis zu zwei digitalen Bildschirmen. Die zwei bei der DBS angeschlossenen LCD-Fernseher arbeiten im Widescreen-Format 1920x1200. Aus Redundanzgründen wurde ein zusätzlicher Thin Client als Reserve angeschafft. „Zuvor setzten wir je Arbeitsplatz zwei PCs ein, die wir nun durch einen fernadministrierbaren IGEL Thin Client ersetzen.“ Damit erstreckt sich der Konsolidierungs- und Standardisierungseffekt der neuen Endgeräteinfrastruktur auch über die Arbeitsplätze zur Überwachung von Serverausfällen: „Das Management des IGEL PanaVeo-Modells erfolgt dabei über dieselbe Managementlösung, über die wir auch die IGEL Compact-Modelle an den Börsenplätzen und den internationalen Accesspoints administrieren. Statt des ehemaligen Managementservers genügt für die Verwaltung heute ein normaler PC, der ebenfalls redundant vorhanden ist. Darüber hinaus bietet uns die IGEL-Lösung verschiedene Optionen zur Verwaltung der Profile: in unserem Fall nutzen wir eine SQL-Datenbank. Das Backup der Datensätze erfolgt automatisiert und kosteneffizient über den zentralen Server.“
Die Lösung
- IGEL Compact für Börsenplätze und Accesspoints
- IGEL PanaVeo für Überwachungsplatz mit Multiview
- IGEL Remote Management Suite: Ersparnis eines Management-Servers, verschiedene Datenbankformate
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Gute Werte für Performance und SupportDie Umstellung auf die Thin Clients von IGEL nahm etwa 20 Personentage in Anspruch. Nebst dieser Fähigkeit zur raschen Migration lobt Michel Gruth vor allem die schnellen Reaktionszeiten sowie den Support des deutschen Marktführers. „IGEL war uns schon länger durch die hohe Bereitschaft zu kundenspezifischen Anpassungen bekannt. So wurde beispielsweise auch das Börsenlogo publikumswirksam als alternatives Boot-Bild umgesetzt. Abgesehen von individuellen Feinheiten wie Schriftarten oder Tastenbelegungen mussten wir kaum Anpassungen vornehmen. Anwender und Administratoren sind gleichermaßen überzeugt von der Lösung. Die Firmware läuft nun schon seit eineinhalb Jahren stabil und die Entlastung im Support ist deutlich spürbar.“
Tabelle: Ökologischer Vergleich gegenüber PC-Szenario (Standort Frankfurter Börse) |
Leistungsaufnahme PC(1)
| 85 W |
Leistungsaufnahme TC(1)
| 16 W |
Stromersparnis je Thin Client gegenüber PC(2)
| 69 W |
| x 8 Stunden pro Tag | 552 Wh |
x 220 Arbeitstage pro Jahr
| 121,4 kWh |
Jährliche Stromersparnis(3) durch:
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- 1 Thin Client-Arbeitsplatz
| 18,2 € |
- 250 Thin Client-Arbeitsplätze
| 4.554 € |
| Vermeidung von CO2 –Emissionen(4) pro Jahr durch: | |
| - 1 Thin Client-Arbeitsplatz | 76,5 kg |
- 250 Thin Client-Arbeitsplätze
| 19,13 t |
Prozentuale Strom und CO2-Ersparnis
| 81,2% |
(1) Wirkleistung im Durchschnitt
(2) Serverbasierter Anteil (Hostapplikation) ist in PC- und TC-Szenario identisch
(3) Basisstrompreis = 0,15 kWh
(4) Produktion einer kWh mit dem deutschen Strommix verursacht 0,63 kg CO2 Quelle: Fraunhofer UMSICHT / IGEL Technology: Ökologischer Vergleich von PC und Thin Client Arbeitsplatzgeräten (http://it.umsicht.fraunhofer.de/TCecology/)