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Fr 08 August 2008
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Landkreis Oberhavel: Modell mit Zukunft

Der Landkreis Oberhavel nutzt die Teilnahme am Optionsmodell zur schrittweisen Homogenisierung der Desktop-Umgebung: IGEL Thin Clients bilden den Standard für zentrale Administration und papierloses Dokumentenmanagement.

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Der Landkreis Oberhavel ist eine von 69 Kommunen, die das Optionsmodell zur Betreuung von Arbeitslosen umsetzen. Die „Optionskommune“ ist folglich unabhängig von der Bundesanstalt für Arbeit für die Bezieher des Arbeitslosengeldes II nach „Hartz IV“ zuständig. Zur Teilnahme an dem mindestens sechsjährigen Feldversuch schuf die Verwaltung insgesamt 230 neue IT-Arbeitsplätze auf Grundlage eines Server Based Computing-Konzeptes mit Thin Clients. Nach ersten positiven Erfahrungen wird die kostensparende Infrastruktur nun schrittweise ausgebaut.

Wirtschaftliche Anbindung von Außenstellen
Im Landkreis Oberhavel leben etwa 200.000 Menschen. Vor der Entscheidung zur Teilnahme am Optionsmodell zählte die Verwaltung rund  800 PC-Arbeitsplätze, die in einer typischen Client/Server-Struktur vernetzt waren. Um die organisatorischen Veränderungen unter informationstechnischen Gesichtspunkten funktionell und effizient abbilden zu können, entschied sich die Kommune Anfang 2004 erstmals für eine zentrale Computing-Umgebung. „Die in Microsoft® Windows® Server 2003 integrierte Terminalservertechnologie erschien uns als das Mittel der Wahl, um Anwendungen und Daten effizient von zentraler Stelle aus an verschiedenen Standorten bereitzustellen“, sagt Jens-Erik Ohde, Leiter Datenverarbeitung beim Landkreis Oberhavel. „Um das bestehende Netzwerkkonzept auszuweiten, hätten wir alternativ 30 km Glasfaser verlegen müssen. Eine Terminalserversitzung funktioniert dagegen sogar unter ISDN-Geschwindigkeit. Den Netzzugang für unsere 70 Arbeitsplätze zählende Außenstelle Gransee konnten wir damit wirtschaftlich über eine Richtfunkstrecke realisieren. Der Bandbreitenbedarf für diese 70 ‚Hartz IV‘-Arbeitsplätze in der Außenstelle beträgt lediglich 5 Mbit/s.“

Der Kunde
  • Landkreis mit 200.000 Einwohnern
  • Ca. 1.000 IT-Arbeitsplätze in der Verwaltung, ca. 1.000 IT-Arbeitsplätze in kreiseigenen Schulen
  • Optionskommune: selbständige Betreuung der Arbeitslosengeld II-Bezieher nach „Hartz IV“


Einfache Lösung mit Windows® und IGEL
Für die neue IT-Infrastruktur schaffte die Kommune zwölf Terminalserver an, die unter Windows® Server 2003 liefen. „Alternativ erwogen wir auch eine Citrix-basierende Lösung. Das zugehörige Übertragungsprotokoll ICA wäre zwar schmalbandiger und damit ressourcenschonender als das Windows®-Pendant RDP, doch für die vorwiegende LAN-Anbindung unserer User wog dieser Vorteil nicht schwer genug. Funktionelle Lücken gegenüber der Citrix-Lösung gleichen wir aus, indem wir beispielsweise Novell ZENworks für die Softwareverteilung nutzen.“ Als passende Desktop-geräte für den Zugriff auf die zentrale Infrastruktur evaluierte die Kommune diverse Thin Client-Modelle verschiedener Anbieter. „Wir führten Marktanalysen durch, besuchten Messen und ließen uns die Geräte vorführen“, berichtet Jens-Erik Ohde. „Zur Vorsortierung nutzten wir Kriterien wie Management, Einsatzvielfalt, Stabilität und internes Betriebssystem.“ Aus den folgenden Tests ging schließlich der deutsche Marktführer IGEL Technology als Hersteller mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis hervor. „Die von uns gewählten Modelle der Baureihe IGEL LX Compact mit Linux-basierender Firmware passen hundertprozentig in unser technisches Umfeld. Auch sonst setzen wir aus Stabilitäts- und Lizenzkostengründen viel Linux ein.“

Effizientes Management mit Link zu Oracle
Den Ausschlag zur Entscheidung zugunsten von IGEL gab insbesondere die im Lieferumfang enthaltene Administrationssoftware. „Die IGEL Remote Management Suite unterstützt unter anderem verschiedene Datenbankformate, so dass wir unsere vorhandene Oracle-Lösung auch als Datenbasis für die Fernadministration der Thin Clients nutzen können. Konfiguration, Verwaltung und Firmware-Updates laufen über eine plattformunabhängige Konsole auf Java-Basis. Dank des gruppenbasierten Managements mit zahlreichen Vererbungsregeln können wir sehr einfach und komfortabel viele Anwenderszenarien einrichten und effizient verwalten.“ Der hohe Stellenwert der Managementlösung innerhalb des Auswahlverfahrens liegt in dem Bestreben der Kommune begründet, eine standortübergreifend homogene IT-Landschaft mit standardisierten Desktops und einem einheitlichen, zentralen Management aufzubauen. „Wir verstehen Server Based Computing mit Thin Clients als neutrale Plattform für zukünftige Veränderungen.“

Die Herausforderung
  • Neue IT-Infrastruktur für 230 dezentrale Mitarbeiter
  • Effiziente Netzwerkanbindung von Außenstellen
  • Zentrale Administrierbarkeit und ausreichende Grafikleistung für papierloses Dokumentenmanagement


Einsatzvielfalt dank Digital Services
Aktuell nutzt die Kommune die IGEL Thin Clients nahezu ausschließlich für den RDP-basierten Zugriff auf die Terminalserver. Für die Zukunft halten die schlanken Endgeräte jedoch bereits eine große Auswahl an Digital Services im Sinne diverser Zugriffswege auf zentrale IT-Infrastrukturen bereit. Mit diesem von IGEL als Universal Desktop bezeichnetem Ansatz kann sich die Kreisverwaltung viele technologische Optionen offenhalten. Laut Ohde könnten darunter beispielsweise die standardmäßig integrierten Protokolle ICA und X11 für den Zugriff auf Citrix- bzw. Linux-basierende Applikationsserver wichtig sein. Der integrierte Firefox-Browser wiederum kommt bereits heute in der Behörde zur Umsetzung von Aufruf- und Anzeigesystemen zum Einsatz. Um die hierfür im Kioskbetrieb laufenden Geräte noch zu optimieren, nahm der Thin Client-Hersteller auch kundenspezifische Anpassungen vor: „Auf unseren Wunsch hin integrierte IGEL besondere Firefox-Plug-Ins in die Gerätefirmware, mit denen sich der Open Source-Browser hinsichtlich Soundausgabe und Sicherheit optimieren ließ.“ Als weitere Zukunftsoption möchte Ohde zudem die Standardeigenschaft der Thin Clients im Auge behalten, via USB-Headset IP-Telefonate zu führen oder Authentifizierungslösungen umzusetzen. Für letzteres Szenario bieten die eingesetzten Modelle bereits einen eingebauten Smartcard-Reader. Als sinnvoll erachtet der IT-Manager außerdem die standardmäßige Printserverfunktion der Thin Clients sowie den integrierten Cisco VPN-Client, mit dessen Hilfe sich gegebenenfalls Telearbeitsplätze sicher via Internet anbinden lassen.

Gute Grafikleistung für modernes DMS
Aktuell bereitet der Landkreis Oberhavel die Einführung eines neuen Dokumentenmanagementsystem (DMS) vor. Das Ziel, damit den Einsatz von Papier nahezu vollständig zu vermeiden, stellte gleichzeitig auch neue Anforderungen an die Grafikleistung der Thin Clients: „Die Interaktivität der Arbeitsplätze wird immer höher“, beschreibt Jens-Erik Ohde den zugrundeliegenden Trend im E-Government. „Immer mehr Informationen müssen visualisiert und verarbeitet werden. Um zwei DIN A4-Seiten gut leserlich nebeneinander abbilden zu können, führten wir 24 Zoll-Monitore mit einer grafischen Auflösung von 1920 mal 1200 Bildpunkten ein.“ Auf der Suche nach Thin Clients für dieses anspruchsvolle Anwenderszenario wurde Jens-Erik Ohde erneut bei IGEL fündig. „Die Baureihe IGEL LX Premium konnte schon damals mittels DVI-Schnittstelle dieses hochauflösende Widescreen-Format im Seitenverhältnis 16:10 darstellen und bot uns gleichzeitig eine Option zum Zweibildschirmbetrieb mit zwei 19-Zöllern.“ In der aktuellen Modellgeneration bietet inzwischen auch der IGEL Compact eine entsprechend hohe Grafikleistung. Trotz des damaligen Wechsels zum Premium-Modell muss der Landkreis die Erstinvestition in die älteren Thin Clients jedoch keineswegs vorzeitig abschreiben: „Die DMS-Einführung geht über mehrere Jahre“, erklärt Jens-Erik Ohde. „Die ersten Thin Clients können wir an anderer Stelle wenigstens fünf Jahre weiterverwenden, so dass wir deren typischen Lebenszyklus von mindestens fünf Jahren voll ausschöpfen können.“

Die Lösung
  • 24 Terminalserver mit Windows® Server 2003 und Novell ZENworks
  • 400 Thin Clients der Serien IGEL LX Compact und IGEL LX Premium (Widescreen- und Dualview-Unterstützung)
  • Einheitliche Administration mittels IGEL Remote Management Suite


190 Thin Clients in vier Tagen ausgerollt
Gute Noten erteilt Jens-Erik Ohde der Thin Client-Infrastruktur auch in punkto Implementierung. „Nach der offiziellen Entscheidung der Bundesregierung zum Start des Optionsmodells blieb uns trotz vorbereitender Planungen nur wenig Zeit für die technische Umsetzung. Während der Aufbau der Terminalserverumgebung inklusive Drucktechnik zwei Monate dauerte, mussten die neuen Arbeitsplätze innerhalb eines Zeitfensters von einer Woche realisiert werden. Diese Herausforderung bewältigten wir nicht zuletzt mithilfe der IGEL Managementlösung, in welcher wir die Thin Client-Profile noch vor Lieferung der eigentlichen Geräte anlegen und ihren MAC-Adressen zuordnen konnten. Zwischen Weihnachten und Neujahr konnten wir so die ersten 190 neuen Arbeitsplätze inklusive Netzwerk und Thin Clients implementieren.“ Der gewünschte Erfolg blieb nicht aus: „Dank der hundertprozentigen Fernadministration der Thin Clients konnten wir den Anteil an ‚Turnschuhadministration‘ stark reduzieren. Selbst bei einem Ausfall müssen wir nicht vor Ort aktiv werden. Die Mitarbeiter selbst müssen lediglich ein Ersatzgerät anschließen. Nach dem Anschalten beziehen die IGEL Thin Clients ihre spezifischen Einstellungen automatisch vom Server.“

Kontinuierliche Ausweitung
Dank der durchweg guten Erfahrungen mit der Server Based Computing-Lösung und den IGEL Thin Clients möchte die Optionskommune Oberhavel die Lösung auf den Großteil der Verwaltung des Landkreises ausweiten. Bis Ende 2009 soll die Infrastruktur im laufenden Betrieb auf insgesamt 500 Thin Clients anwachsen. „Das gute Gleichgewicht zwischen technischen Ansprüchen und Kostenaufwand hat uns überzeugt“, erklärt Jens-Erik Ohde. „Langfristig werden wir vermutlich eine Thin Client-Quote von 70 Prozent erreichen können. Dabei unterstützt uns die gute und offene Entwicklungskultur von IGEL, die uns viele technische Optionen für die Zukunft offen hält.“
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