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Thu 20 November 2008
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Commerzleasing und Immobilien GmbH

Branchenführer vertrauen auf IGEL Thin Clients


Die radikale Entsorgung von PC-Altlasten kann zu geringerem Verwaltungsaufwand und deutlich verminderten Gesamtkosten für die Informationstechnik führen. Diese erfreuliche Erfahrung machte die Düsseldorfer Commerzleasing und Immobilien GmbH.

1998 fasste man bei der Commerzbank-Tochter den Plan, ein neues Unternehmens­netzwerk anzuschaffen. Das war, meint Michael Prangenberg, Abteilungsdirektor In­formationssysteme und Technik, auch drin­gend geboten: Das alte System lief noch un­ter dem unkomfortablen und instabilen Windows® 3.11 als Betriebssystem und unter einer alten Version der Netzwerksoftware von Novell. Vor allem aber war eine Reihe von Anwendungen nicht Jahr-2000-fähig, und auch die Hardware hatte ihre besten Zeiten hinter sich. Für die Serverseite der Neuanschaffung gab es keine Alternative: Weil die Mutter Commerzbank schon zwei Jahre zuvor auf Windows® NT umgestellt hatte, folgte die Tochter nach.

Die Verkabelung passte Prangenberg dem zu erwartenden Unternehmenswachstum an: schnelle Kupferkabel für die hausinterne Ethernetverkabelung am Hauptsitz in Düssel­dorf, GSM-Funkverbindungen zwischen den dortigen Ge­bäuden und Standleitungen mit einer Übertragungsrate von 2 MB/s für die Anbindung der Außenstellen. Was jedoch die Schreibtische angeht, war von Anfang an neben einer PC-Ersatzbeschaffung auch eine Lösung mit Thin Clients im Gespräch, mit Arbeitsplatzterminals also, die ihre Daten und Anwendungen von Zentralrechnern holen: Server Based Computing (SBC).

„Die Aussicht, hunderte von Einzel-PCs mit unterschiedlicher Hardware-Ausstattung als Windows® NT-Clients verwalten zu müssen, gefiel uns nicht sonderlich“, berichtet Prangenberg. Relativ früh reifte bei der Commerzleasing daher der Entschluss zu einer SBC-Lösung mit Citrix Metaframe als Kommunikationsschnittstelle zwischen den Arbeitsplätzen und den Servern. Die Entscheidung kam nicht aus dem Bauch heraus: Eine Grobkalkulation Anfang 1999 auf der Basis von 370 Arbeitsplätzen in Düsseldorf und zehn bundesweiten Geschäftsstellen brachte ein deutliches Resultat:

Eine Client/Server-Lösung mit Windows® NT auf den Desktops hätte pro Jahr 550.000 Euro für die Standleitungen, 50.000 Euro für Verwaltung und Pflege der Anlage, 345.000 Euro an Hotline- und Supportaufwand, eine viertel Million für EDV-Personal und schätzungsweise 625.000 Euro durch störungsbedingte Ausfallzeiten auf Anwenderseite gekostet, wie Abteilungsdirektor und Organisationsleiter Andreas Reuter erläutert. Unter dem Strich wären das also deutlich mehr als 1,75 Millionen Euro gewesen. Die Variante mit Thin Clients und Citrix Metaframe dagegen begnügte sich rechnerisch mit knapp 750.000 Euro – verteilt auf 355.000 Euro Leitungskosten (wegen geringerer benötigter Bandbreite), 12.500 Euro für die Administration des Netzes, 87.000 Euro für Hotline und Support, dazu 175.000 Euro Personalkosten und kalkulierten 100.000 Euro für zu erwartende Ausfälle.


Thin Clients an allen Arbeitsplätzen
Folglich waren die Windows® NT-PCs aus dem Spiel. Die Commerzleasing suchte ab Mai 1999 die richtigen Endgeräte für das Projekt. Es kamen nur echte Thin Clients in Frage, keine abgespeckten PCs. Clients mit herstellereigenen, nicht übertragbaren Betriebssystemen waren keine Alternative, genauso wie die abgespeckte Windows®- Variante CE. Das Rennen machten schließlich die Thin Clients des Bremer Herstellers IGEL Technology mit einem eigenen Linux-ba­sie­renden Betriebssystem. Die schlanke Betriebssoftware braucht wenig Platz, so dass ein lediglich 16 Megabyte großer Flashspeicher ausreicht. Außerdem, so Prangenberg, zeigte sich IGEL im gewünschten Ausmaß flexibel bei der Konfiguration der Hardware.


Individuelle Software
Als Vorteil erwies sich zudem, dass das Bremer Unternehmen über eine eigene Entwicklerabteilung verfügt. Dadurch ließen sich einfach Modifikationen am Kern des Betriebssystems vornehmen, die die IT-Leute bei der Commerzleasing in die Lage versetzten, den Anwendern im Hause auch individuelle Softwarelösungen anzubieten.

Zu den besonderen Anpassungen gehörte ein Spoolsystem, das den Druck über die Terminals erlaubt, und eine Emulation für das Rechnungswesen, das auf einem Server unter Sinix läuft, der Siemens-Variante des mit Linux verwandten Betriebssystems Unix. „Außerdem wollten wir, dass sich die Terminals bei jedem Start ihre Konfiguration vom Server holen und bei Bedarf automatisch Updates des Betriebssystems herunterladen“, so Prangenberg zu den Anforderungen. Im Oktober 1999 wurden die ersten 360 Thin Clients installiert – Abteilung für Abteilung, wobei der Wechsel vom alten zum neuen System jeweils längstens drei Tage dauerte. Um die Konfiguration im Netzwerk möglichst bequem zu gestalten, wurde zur schnelleren Identifikation auf jedes Gerät die physikalische Adresse seiner Netzwerkkarte aufgedruckt. „An den einzelnen Arbeitsplätzen“, erläutert Heiko Gloge, Managing Director bei IGEL, „war daher bei der Installation nichts weiter nötig, als die Kabel einzustecken.“

Die Akzeptanz der neuen Lösung im Unternehmen war zunächst verhalten, da der Arbeitsplatzcomputer gefühlsmäßig häufig als „mein Rechner“ gesehen wird.

Den Abschied vom alten Blech konnte die Commerzleasing ihren Mitarbeitern schließlich jedoch durch schicke Flachbildschirme erleichtern, die nun statt der alten Röhrenriesen auf jedem Schreibtisch stehen – und weniger Platz wegnehmen. Gleichzeitig mit der eleganten Hardware und neuen Anwendungen, zum Beispiel der kommunikationsfördernden Groupware Lotus Notes, erhielten die Mitarbeiter Email-Zugänge und Internetanschlüsse. Trotz dieser neuen Möglichkeiten, bilanziert Organisationschef Reuter, ist der Administrationsaufwand dank der zentralen Struktur nicht gestiegen.


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