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Mo 07 Juli 2008
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Südafrikanischer Logistikdienstleister nutzt Thin Clients von IGEL


Südafrikanischer Logistikdienstleister nutzt Thin Clients von Igel zur schrittweisen Migration auf Open Source. Erste Niederlassung in Kapstadt ist bereits umgestellt.

Der Kampf gegen wartungsintensive Arbeitsplatz­umgebungen ist längst zum globalen Trend geworden. Auch in Südafrika finden sich immer mehr zentralisierte Computing-Architekturen. Der internationale Logistik­dienstleister Bachmann Megafreight begann bereits 2002 mit der Vereinheitlichung von Soft- und Hardware. Doch damit nicht genug. Aktuell migriert der Mittelständler zum Terminalserver Computing unter Linux. Flexible Thin Client Technologie aus Deutschland macht den schrittweisen Wechsel möglich.


Frühe Server Based Computing Einführung

Bachmann Megafreight (Pty) Ltd. beschäftigt heute rund 300 Mitarbeiter auf dem afrikanischen Kontinent. Etwa die Hälfte entstammt der 1983 in Johannesburg gegründeten Megafreight Services (Pty.) Ltd. 2001 akquirierte das Unternehmen die südafrikanische Niederlassung des deutschen Traditionslogistikers J.H. Bachmann GmbH. Das heutige Unternehmen zählt neben seinem Hauptsitz in Johannesburg noch fünf weitere Standorte in Pretoria, Durban, Newcastle, Port Elizabeth und Kapstadt. „Die Initiative zur Zentralisierung und zum Outsourcing der IT ging von der Geschäftsführung aus“, erinnert sich Dyllan Pascoe, seit Anfang 2002 interner IT-Consultant bei Bachmann Megafreight. „Damals war ich noch beim IT-Dienstleister Imperial Online in Johannesburg beschäftigt. Ende 2001 wurden dort drei Terminalserver mit Windows 2000 und Citrix MetaFrame sowie ein Fileserver eingerichtet. Via ATM-Netz wurden den Niederlassungen alle nötigen Dateien und Anwendungen zentral bereitgestellt.“ Seit 2002 hostet Imperial Online alle zentralen Server des Unternehmens, unter anderem eine AS/400 und einen IBM AIX 3.2 Server, die bis heute branchenspezifische Software wie das Abrechnungssystem Compuclear beherbergen. „Vor dieser ersten Migration wiesen alle Standorte eine typische LAN-Topographie mit ATM-Verbindung zum früheren Service Provider auf. Jeder Desktoprechner wurde lokal konfiguriert. Ein Albtraum für jeden Administrator“, erinnert sich Pascoe.


Migration auf Linux und Open Source
 
Im Zuge der Umstellung auf das Server Based Computing ließ Bachmann Megafreight die verbleibenden Desktop-PCs mit einem ICA-Client ausstatten und schaffte erstmals 20 Thin Clients des Herstellers Compaq an. Doch die erste Migration war der Geschäftsführung nicht weit reichend genug. „Nach meinem Wechsel zu Bachmann Megafreight, suchten wir gemeinsam nach einem Weg, die hohen Lizenzkosten zu vermeiden. Auch war die Infrastruktur noch nicht einheitlich genug. Die Desktop PCs waren größtenteils veraltet, zu wartungsintensiv und unsicher.“ Den endgültigen Ausschlag für den Wechsel in Richtung Open Source gab das Ende 2003 anstehende Citrix Update. „Das Angebot erschien uns für unsere Zwecke viel zu hoch. Wir trennten uns von Citrix und beschränkten uns auf Windows 2000 Terminal Server und entschlossen uns zur langfristigen Umstellung auf Linux. Zwar brachte das im folgenden Jahr aufgespielte Upgrade auf Windows 2003 Server mehr Stabilität und Sicherheit, doch die Lizenzkosten für die Microsoft­produkte blieben.“ Da seine Personalressourcen stark eingeschränkt waren, kam nur eine schrittweise Migration zu Linux und Open Source in Frage. Auf der Suche nach einem geeigneten Thin Client-Anbieter, der beide Terminalserver-Systeme unterstützen konnte, wurde  Bachmann  Megafreight  auf  einen  seiner Versandkunden  aufmerksam,  den  lokalen  IGEL Distributor PAF Systems. 


IGEL Thin Clients als Bindeglied
 
„Im Vergleich mit anderen Herstellern überzeugte uns IGEL durch den guten Support und die Zuverlässigkeit der Geräte. Die Bestell- und Serviceprozesse sind schnell und unkompliziert. Seit 2003 gab es nur zwei fehlerhafte Geräte, die ohne Probleme auf Garantie getauscht wurden.“ Noch während der Umstellung von Citrix auf Microsoft Terminal-Server ersetze der Logistikdienstleister seine 20 Compaq Geräte durch IGEL-432 LX Winestra. Momentan wird mit den IGEL­332 LX Compact flächendeckend die zweite Produkt­generation ausgerollt. Damit schlägt Pascoe zwei Fliegen mit einer Klappe: zum einen garantiert das Kommunikationstalent der flexiblen Clever Clients die lückenlose Linux-Migration auf der Desktopebene, zum anderen wird damit auch die Arbeitsplatzumgebung grundlegend standardisiert. Die Firmware der Thin Clients enthalten ab Werk alle gängigen Kommunikationsprotokolle. Darunter das UNIX-Protokoll X11 für die Kommunikation Linux-Servern, das Microsoft Remote Desktop Protokoll (RDP) sowie den von Citrix verwendeten ICA Client. Im Zuge der Arbeitsplatzstandardisierung führte Pascoe zeitgleich mit der zweiten IGEL-Generation auch Samsung TFT-Bildschirme ein. Das förderte nicht nur die Anwenderakzeptanz, sondern senkt zudem Service- und Energiekosten. Die alten Desktops wurden an die gemeinnützige Shuttleworth Foundation übergeben. Die vom ersten Südafrikaner im All, Marc Shuttleworth, gegründete Einrichtung verteilt diese mit einer freien Linux-Distribution namens Ubuntu versehen an die Schulen des Landes.


Kapstatt als erster Standort komplett umgestellt
 
Nach Kapstatt will Pascoe die Linux Migration in Johannesburg fortführen, wo bereits ein Testserver steht. Bis zum Anfang nächsten Jahres sollen alle Standorte jeweils mit einem Linux basierten Fileserver und einem Applikationsserver ausgestattet werden. Dyllan Pascoe verwendet die deutsche Linux Distribution GENTOO. Um das Aussehen und die Funktionalität möglichst nah an den gewohnten Windows Standard ausrichten zu können, nutzt er die ebenfalls aus Deutschland stammende KDE Desktop Umgebung. Die Kommunikation zwischen Server und Terminal erfolgt via X-Server, X-Font und XDMCP (X Display Manager Control Protocol).
Auf den lokalen Servern ist ausschließlich Open Source Standardsoftware installiert. Als Ersatz für Microsoft Office nutzen die 60 Mitarbeiter in Kapstatt Open Office 2.0. Bislang läuft es problemlos. Als E-Mail Client für den neuen IMAP-Server dient Mozilla Thunderbird, als Internet-Browser fungiert Mozilla Firefox. Java-Umgebung und Macromedia Flash Player werden ebenfalls vom Server bereitgestellt. „Gegenüber dem früheren Microsoft Exchange Server gibt es einige Einschränkungen wie zum Beispiel die Reservierung von Besprechungsräumen oder -ressourcen“, gesteht Pascoe. „Ich bin allerdings zuversichtlich, dass die Open Source Gemeinde auch diese Lücke schon bald schließen wird.“ 

Kosteneinsparung von 60 Prozent
 
In dem neuen Infrastrukturmodell sind die lokalen Linux-Server sowohl untereinander, als auch mit den zentral in Johannesburg gehosteten Anwendungen verbunden. Die Emulationssoftware PowerTerm ermöglicht den Zugriff auf die Legacy-Systeme, via Remote Desktop verbindet das Linux-System mit einigen verbleibenden Microsoft Anwendungen. Auch in Zukunft wird einer der drei bisherigen Microsoft Terminal-Server im IT-Verbund bleiben, denn einige geschäftskritische Anwendungen wie die Branchenlösung ACCPAC lassen sich nur schwer portieren. Zwar rückt Bachmann-Megafreight mit der lokalen Linux-Umstellung wieder etwas von der kompletten Zentralisierung ab; dagegen stehen jedoch eine deutlich schnellere Anwenderanbindung und enorme Ersparnisse bei Lizenz- und Servicekosten. Insgesamt schätzt Pascoe das Linux-Modell um etwa 60 Prozent günstiger. „Die bis heute anfallenden Servicekosten für die Windows basierte Lösung mit aktuell noch drei Applikationsservern und einem File-Servers belaufen sich inklusive Software und Hardware auf 20.000 Rand pro Monat.“ Für exakt den gleichen Betrag, umgerechnet ca. 2.500 Euro kaufte Pascoe die ersten beiden Linux-Server. Die Kosten für die flächendeckende Bereitstellung der IGEL Clever Clients sind bereits amortisiert. „Nicht nur preislich, sondern auch funktionell können die IGEL Thin Clients dem PC das Wasser reichen. Ich denke hierbei vor allem an die üppige Serienausstattung wie beispielsweise USB, Smartcard Reader oder Wireless LAN.“


Komfortable Administration
 
Für Dyllan Pascoe ist der Administrationsalbtraum aus früheren PC-Zeiten endgültig vorbei. Die Linux-Server lassen sich standortübergreifend via LTSP Script konfigurieren, die IGEL Clever Clients werden serienmäßig mit einer plattformunabhängigen Managementsoftware auf Java-Basis ausgeliefert. „Mit Hilfe der IGEL Remote Management Suite können wir Kernel-Updates komfortabel via ftp durchführen und die Clever Clients gruppiert und automatisiert konfigurieren. Nach einem Neustart durch den Benutzer sind die Geräte sofort wieder einsatzbereit.“ Bis 2006 soll auch der letzte Standort mit einem Linux-System ausgestattet sein. „Bis dahin gibt es zweifelsohne auch noch viel zu tun“, meint Pascoe, „aber dann weiß ich eben auch, dass ich konstruktiv für unsere Zukunft arbeite.“

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